Elyose – Ipso Facto (Review)

English summary see below.

11062425_866894386704708_9212761563091347714_oElyose aus der französischen Hauptstadt wurden bereits 2009 durch die klassisch ausgebildete Justine Daaé und den Bassisten Ghislain Henry gegründet. Im selben Jahr erschien die 6-Track EP “Théogyne”. Drei Jahre später wurde das gleichnamige Album nachgereicht. Von der EP kamen vier Songs auch auf das Album, dazu acht Neukompositionen. Und vor wenigen Wochen erschien der Nachfolger “Ipso Facto” (Gemäß Duden: eine Rechtsformel, die besagt, dass die Folgen einer Tat von selbst eintreten).

Mit orchestralen und Synthi-Klängen startet der Opener “Fragrances”. Dann setzen Schlagzeug und bratende Gitarren ein. Das Ganze ist aber trotzdem sehr melodisch. Fast nahtlos ist der Übergang zu “Femme De Verre”. Man erkennt sofort, hier wird in der Landessprache gesungen. Aber nicht etwa chansonhaft sondern mit Industrial und Elektro-Metal-Elementen. Der klare Sopran von Justine Daaé erklingt teilweise technisch verfremdet.  Auch “De Guerre Lasse” startet mit Industrial-Klängen. Der Gesang wird von Synthi-Stakkatos unterlegt. Das Schlagzeug treibt voran, dazu Gitarrenriffs und -melodien im Wechsel. Und die Sängerin geht zeitweise zum Sprechgesang über.  Bei “L’animal-Aimé” klingt es zu Beginn fast ein wenig nach Drum-Computer, aber dann setzen die rhythmischen Gitarrenriffs ein. Gelegentlich auch wieder Sprechgesang, die Gesangs-Melodien dominieren jedoch, wenn auch zum Teil technisch verfälscht. “Plus Qu’Humain” startet mit Synthi-Klängen bevor die Gitarren schwer riffend einsetzen. Hier erinnert der Gesang ein klein wenig an französische Chansons. Vereinzelt sind Growls zu hören. Auch bei “Chronocide” hört man zunächst Synthi-Klänge. 11707690_914957295231750_7293147715766756996_oAber dann steigen Gitarren und Gesang melodisch ein, mit leichter Pop-Schlagseite. Ein fast schon mainstreamiger Song. Und Justine meistert selbst die Passagen mit hohen Tönen spielend.

Mal keine Synthies am Anfang sondern melodische Gitarren bei “Mon Charme”. Bevor es dann sehr rockig zur Sache geht. Und auch später dominieren die Gitarren ob mit Riffs oder auch mit schönen Melodiebögen. Im Mittelteil braten sie so richtig und werden vom Double-Bass unterlegt. Der wohl “untypischste” Song des Albums. In “Rédemption” hört man Synthi-Melodien unterlegt von Gitarren-Riffs. Die Keyboards bringen ein wenig orientalisches Flair, aber nur kurz. Justine’s Stimme wird hier wieder teilweise technisch verfremdet. In “Pour un écu” starten zunächst Schlagzeug und Synthesizer bevor Gitarrenriffs einsetzen. Der Gesang ist sehr melodisch und der Double Bass sorgt für eine gewisse Härte. Ein hoher Frauen-Chorus im Hintergrund sorgt für einen leicht symphonischen Touch. “Droit dans les yeux” startet etwas techno angehaucht ohne jedoch die Refugien von Rock und Metal zu verlassen. Dafür sorgen Gitarren-Riffs und der melodische Gesang. Und da klinkt sich auch das Schlagzeug mit vorwärts preschendem Rhythmus ein. Im zweiten Teil dann ein kurzes aber herrliches Gitarrensolo. Mit ”Contretemps” lässt der Vierer das Album ruhig ausklingen. Der Song tröpfelt zum Teil soulig aus den Kopfhörern. Im zweiten Teil ist dann noch einmal filigranes Gitarrenspiel zu hören.

“Ipso Facto” ist ein abwechslungsreiches und durchaus hörenswertes Album. Sängerin Justine Daaé singt durchweg in ihrer Muttersprache, was dem Ganzen ein gewisses exotisches Flair verleiht. Auffallend ist der häufige Einsatz von Industrial- bzw. Electro-Verfremdungen sowohl bei den Instrumenten als auch dem Gesang, ohne dies jedoch zu übertreiben. Herausgekommen ist ein Musikwerk, das die eingetretenen Pfade des melodischen Metal links liegen lässt. Und die zierlich wirkende Chanteuse glänzt durch einen beeindruckenden Stimmumfang.

English summary:

Elyose from the French capital were founded by classically trained Justine Daaé and bassist Henry Ghislain in 2009. That same year, the 6-track EP „Théogyne“ appeared. Three years later, the eponymous album was filed. For the album consists of four songs from the EP and eight new compositions. And a few weeks ago the successor „Ipso Facto“ was released (according to the dictionary: a certain phenomenon that is a direct consequence, a resultant effect, of the action in question, instead of being brought about by a previous action).

„Ipso Facto“ is a varied and well worth listening to album. Singer Justine Daaé sings consistently in her native language, which gives the songs a certain exotic flair. Flamboyant is the frequent use of Industrial resp. Electro-alienation in both the instruments and singing, without, however, exaggerating it. The result is a music work, which turns its back on the beaten paths of melodic metal. And the petite-seeming Chanteuse shines through an impressive vocal range.

Lineup:

Justine Daaé – Gesang
Ghislain Henry –  Bass
Marc De Lajoncquière – – Gitarren
Pat Kzu – Schlagzeug

Label: Dooweet Records

VÖ: 14.06.2015

Spieldauer: 47:36

Tracklist:

  • Fragrances
  • Femme De Verre
  • De Guerre Lasse
  • L’animal-Aimé
  • Plus Qu’Humain
  • Chronocide
  • Mon Charme
  • Rédemption
  • Pour un écu
  • Droit dans les yeux
  • Contretemps 

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