Vogelfrey – Sturm und Klang (Review)

FolderVogelfrey – das heißt Folk-Metal aus Hamburg. Neben der klassischen Rhythmusabteilung haben in dem 2004 gegründeten Sextett auch Geige und Cello eine Heimstatt gefunden. Zusätzlich greift Sänger und Gitarrist Jannik Schmidt auch zu solch exotischen Instrumenten wie Rauschpfeifen oder Irish Bouzouki. Damit erzeugt die Band ihren ureigenen Sound. Ich konnte im April diesen beim bandeigenen Sturm und Klang Festival eine Vorgeschmack auf das inzwischen dritte Album bekommen. Jetzt liegt mir auch die Studiofassung der neuen Songs vor.

Vogelfrey Foto Ohne LogoKraftvoll startet das Album mit “Sturmgesang”. Knallende Riffs unterlegt von Streichermelodien. Das Schlagzeug treibt voran, man meint mitten im Sturm zu stehenden und sich gegen den Wind zu stemmen. Etwas beschwingter klingen die Riffs dann in “Tandaradei”, passend zum Song-Titel. Die Geige steht mehr im Vordergrund. “Hörner hoch” ist ein klassisches Trinklied. Den eingängigen Refrain kann man schnell mitsingen, auch noch dann wenn man schon das eine oder andere Bierchen konsumiert hat. Teilweise unterlegt durch Pfeifenspiel. Gegen Ende geht ein Double-Bass-Gewitter über dem Zuhörer hernieder. Ist das eine Selbsteinschätzung? ‘Wir sind der “Abschaum”’. Rhythmisches Drumming, dazu die Geige, klingend wie eine mittelalterliche Fiedel. Mit Streicherklängen startet dann die “Gold”-Suche. Angesiedelt im Piraten-Milieu, sind Chorusse der Freibeuter zu hören dazu eine stampfende Melodieführung.

VogelfreyBei “Strohfeuer” wird die Holde zu einer Nacht im Stroh eingeladen. Fröhlich vorantreibend präsentiert sich der Song, dazu ein Wechsel aus Gitarren- und Geigensolo. ”Nachtgesang” startet mit ruhigen Geigenklängen, bevor das Schlagzeug rhythmisch einfällt. Ein ruhiger, fast besinnlicher Song, der von Jannik Schmidt auch in einer etwas tieferen Tonlage vorgetragen wird. Am Anfang von “Apocalypsis” hört man bedrohlich Klänge, besungen wird ja auch der Weltuntergang. Die Geige prägt hier die wesentlichen Melodiebögen, das Schlagzeug, insbesondere der Double-Bass verbreitet eine apokalyptische Grundstimmung. In “Land Unter” treiben Geige, Gitarre und das Schlagzeug hektisch voran. Der Deich bricht. Hier muss ich unwillkürlich an die große Flutkatastrophe in Hamburg im Jahre 1962 denken. Dann wird es makaber. “Der Chirurg”  geht an’s Werk. Während des Konzerts wurde hier reichlich Theaterblut eingesetzt.

VogelfreyMit “Rolling Home” wird es dann wieder maritim. Nach geschlagener Schlacht wird nach Hause gesegelt. Die Riffs knallen aus den Kopfhörern, dazu setzt die Geige die musikalischen Akzente. Gegen Ende dann noch ein kurzes filigranes Gitarrensolo. Der Regen rauscht, es stürmt, Donner ist zu hören. So startet “Im Auge des Orkans”.  Ein ruhiger Song, bei dem Gitarren und das Schlagzeug trotzdem für ordentlichen Druck aus den Lausprechern sorgen. “Knochenchor” ist dann wieder ein richtiger Stampfer. Die Gitarrenriffs treiben den Song voran. Die Geige drängt sich immer wieder in den Vordergrund. “Bluthochzeit” kommt mit viel Speed. Gitarre und Schlagzeug drängen auf Tempo. Dazu gibt es auch angedeutete Growls. Wohl der “metallischste Song” des Albums. Und zum Schluss gibt es noch ein großartiges Gitarrensolo. Noch einmal beschwingte Geigen-Melodei zum Abschluss, dazu ein beschwingter Rhythmus. Mit dem ironisch angelegten “Alkoholverbot” klingt das Album aus, mit bewusst gewählten gekünstelt klingenden Reimen.

Der Sechser aus Hamburg hat ein abwechslungsreiches und modern druckvoll produziertes Album am Start, das auch nach dem x-ten Durchlauf noch Spaß macht. Eine gute Mischung aus Schwermetall und Folk Die deutschen Texte sind mal nachdenklich, mal provozierend, teilweise makaber, eben so, wie es sich für Mittelalter-Barden gehört. Wobei wir auch beim einzigen kleinen Kritikpunkt wären. Für mich ist die Themenauswahl zu vielfältig, es ist kein roter Faden zu erkennen. Weniger wäre hier durchaus mehr gewesen. Das soll aber die Freude über ein hervorragendes Folk-Metal-Album nicht trüben. Das Album sollte in keiner Sammlung von Fans dieses Genres fehlen!

Lineup:

  • Jannik Schmidt – Gesang, Rauschpfeifen, Flöten, Irish Bouzouki, Gitarre
  • Dennis Walkusch – Gitarre, Backing Vocals
  • Christopher Plünnecke – Bass
  • Johanna Heesch – Cello
  • Alexander Suck – Geige
  • Dominik Schmidt – Drums      

Label: METALVILLE Band & Label Pool

VÖ: 28.08.2015

Spieldauer: 1:04:43

Titelliste:

  • Sturmgesang
  • Tandaradei
  • Hörner Hoch
  • Abschaum
  • Gold
  • Strohfeuer
  • Nachtgesang
  • Apocalypsis
  • Land Unter
  • Chirurg
  • Rolling Home
  • Im Auge des Orkans
  • Knochenchor
  • Bluthochzeit
  • Alkoholverbot


Ein Gedanke zu “Vogelfrey – Sturm und Klang (Review)

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