HARPYIE–Freakshow (Review)

CD_COVER_FREAKSHOW_WEBHarpyien sind geflügelte Mischwesen der griechischen Mythologie, sie verkörpern die Sturmwinde und sind die Töchter des Meerestitanen Thaumas und der Okeanide Elektra (Quelle Wikipedia). Und HARPYIE ist auch der Name einer deutschen Folk-Metal Band. Gegründet 2011 hat die Band bisher zwei Studioalben veröffentlicht. Nun erscheint mit “Freakshow” der dritte abendfüllende Output. Live erleben konnte ich die Spielleute beim Sturm und Klang Festival im März in Hamburg.

 

Das Album startet gleich mit dem Titelsong. Nach einer kurzen Einladung in die Show legen die bratenden Gitarren los, 2015-02-22_HARPYIE-Group-Circus_XXLunterlegt von Dudelsackspiel. Die einzelnen Geschöpfe der Nacht werden vorgestellt. Sehr druckvoller aber durchaus makabrer Start. Auch in  “Monster” ist der Dudelsack eines der dominierenden Instrumente. Dazu knallende Gitarrenriffs. “Elisa” zeichnet sich durch drückende Riffs aus, dazu ist die Hexengeige zu hören. Das Schlagzeug treibt rhythmisch voran.  “Dunkle Wissenschaft” startet etwas ruhiger bevor auch hier wieder knallende Gitarrenriffs und der Dudelsack einfallen. Auch der Schlagzeuger hat wieder Schwerstarbeit zu verrichten. Die Vocals werden zeitweise als Sprechgesang dargeboten.

Fauler Zauber” stampft dann so richtig los. Melodieführend sind auch hier Dudelsack und Geige. Bei “Tanz Auf Meinem Grab” wird das Tempo noch etwas erhöht. Schnell gespielte Riffs, virtuoses Geigenspiel, dazu ein einprägsamer Refrain. Hier kann live ganz sicher mitgegrölt werden. In “Karneval Der Kreaturen” stampfen erneut das Schlagzeug und die Gitarrenriffs. Der Gesang erinnert stellenweise ein wenig an Zirkus-/Jahrmarktsmusik. “Lebendig Begraben” klingt zunächst wie ein typischer Vertreter des Mittelalter-Rocks, Dudelsack und Geige sind zu hören. 2015-02-22_HARPYIE-Group-Freak_Final_XXLAber dann schlagen die Riffs wieder zu. Der Refrain ist trotz des makabren Textes äußerst melodisch und eingängig. In der zweiten Hälfte gibt es so etwas wie ein Geigensolo, sehr filigran gespielt. Sehr melodisch und rhythmisch startet  “Der Schwarze Mann”. Das Tempo wurde etwas zurückgenommen, bevor beim, an einen Kinderreim erinnernden, Refrain das Schlagzeug wieder die Akzente setzt und vorantreibt. Im Mittelteil dominiert die Dudelsack-Melodei.

Wilde Reise Durch Die Nacht” kommt leicht speedig daher. Das Schlagzeug gibt erneut den Takt vor, Dudelsack und Geige gehen das Tempo mit. Ruhiger und rhythmischer startet dann “Goblin” mit Dudelsackklängen. Aber auch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Auch hier klingt der Refrain wie ein umgetexteter Kinderreim. Im zweiten Teil kann man auch kurzzeitig melodische Gitarren-Hooks hören. Bei “Das Zweigesicht” geht es dann wieder richtig zur Sache, die Melodiebögen werden vom Dudelsack gespielt, die Gitarrenriffs sorgen für Härte und das Schlagzeug treibt voran. In “Wahnsinn” wird es dann wieder etwas besinnlicher. Dudelsack und Gitarren geben den Ton an. Das Schlagzeugspiel ist sehr rhythmisch. Ein einprägsamer Refrain sorgt hier für Mitsing-Alarm.

Die Sturmvögel geben über fast die gesamte Spieldauer von 50 Minuten Vollgas. Ruhig und langsam gibt es nicht. Knallende Gitarrenriffs, melodisches Dudelsack- und Geigen-Spiel und ein vorwärtstreibendes Schlagzeug und eine unverwechselbare leicht rauh klingende Gesangsstimme sind das Markenzeichen der Spielleute. Ein durchaus hörenswertes, facettenreiches Album. Für mich gehören HARPYIE zu den positiven Überraschungen des Jahres.

Lineup:

Aello – Gesang
Mechthild – Geige
Garik – Dudelsack
Podargo – Gitarre
Gyronimus – Bass
Kayran – Schlagzeug

Label: Metalville (Rough Trade)

VÖ: 18.09.2015

Spieldauer: 50:53

Titelliste

  • Freakshow
  • Monster
  • Elisa
  • Dunkle Wissenschaft
  • Fauler Zauber
  • Tanz Auf Meinem Grab
  • Karneval Der Kreaturen
  • Lebendig Begraben
  • Der Schwarze Mann
  • Wilde Reise Durch Die Nacht
  • Goblin
  • Das Zweigesicht
  • Wahnsinn

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