Unleash The Archers – Time Stands Still (Review)

FolderUnleash The Archers aus dem kanadischen Vancouver hatte ich bisher noch nicht auf meinem Radar. Erst der Tipp eines Freundes auf Facebook brachte mich auf die Spur. Der Fünfer wurde 2007 von Sängerin Brittney Slayes und Schlagzeuger Scott Buchanan gegründet. Zwei Demos, eine EP und zwei Studioalben standen bisher auf der Habenseite. Nun erschien das dritte abendfüllende Werk unter dem Titel “Time Stands Still”.

Nach dem getragenen, epischen Intro “Northern Passage” legt der Fünfer mit “Frozen Steel” gleich richtig los. Hochgeschwindigkeits-Metal. Dann setzen die hohen spitzen Schreie von Frontröhre Brittney Slayes ein. Erinnerungen an Kobra And The Lotus werden wach, allerdings wird der Gesang von Growls ihrer Kollegen unterlegt. UTAapocalypse1_webGegen Ende kommen dann noch schnelle doppelläufige Gitarrenparts dazu. Auch bei “Hall Of The Tide” machen Unleash The Archers keine Gefangenen. Das Schlagzeug treibt voran, die Gitarren treiben sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Auch hier gibt es wieder das Wechselspiel zwischen Klargesang, spitzen Schreien und Growls. Zum Schluss hört man Schiffsplanken knarren und Wellen, die gegen das Boot schlagen. Mit extrem hoher Geschwindigkeit geht es dann auch bei “Tonight We Ride” weiter. Hier bekommen Dragonforce ernst zu nehmende Konkurrenz. Trommler Scott Buchanan drischt auf die Felle ein, als gäbe es kein Morgen. 

“Test Your Metal” stampft von Anfang an so richtig los. Knallende Riffs prägen diesen Song. Wenn es einen halbwegs radiotauglichen Track gibt, dann ist es dieser, mit ausgeprägten filigranen Gitarrenhooks in der Mitte. “Crypt” hält das Geschwindigkeits-Niveau spielend. Hier sind melodische Chorusse zu hören und auch der Gesang ist zumeist sehr melodisch. In der Mitte werfen sich beide Gitarristen wieder gegenseitig die Bälle zu. Dazu gibt es teilweise schon episch klingende Chöre. In “No More Heros” treibt der Double-Bass gnadenlos voran, bevor das Tempo erstmalig ganz leicht zurückgenommen wird. Aber nicht für lange. Gegen Ende setzt es dann wieder Hooklines, von beiden Gitarristen wechselseitig zelebriert.

Der mit mehr als neun Minuten Spieldauer längste Song des Albums “Dreamcrusher” startet wider Erwarten ruhig, mit akustischen Gitarren. Epische getragene Parts wechseln sich mit Speed-Passagen ab. Brittney zeigt eindrucksvoll, dass sie noch mehr als nur schreien, nämlich wunderschön singen. Selbst die Growls wirken dezent gesetzt. UTAgraffiti_webTrotz seiner Länge hat dieser Song keine unnötigen Längen. Gegen Ende gibt es dann sogar noch eine Bass-Melodie zu hören. Für mich der beste Track des Albums. “Going Down Fighting” startet mit rhythmischem Schlagzeug und Gitarrenspiel. Doppelläufige Rhythmus-Gitarren knallen aus den Kopfhörern. Gegen Ende wird die Geschwindigkeit leicht erhöht und ein Klasse-Gitarren-Solo leitet das Ende ein. Der Titelsong “Time Stands Still” steht am Schluss des Albums. Er startet sehr episch mit Chören. Später setzt das Schlagzeug ein, gefolgt von grandiosen Gitarrenriffs. Das Tempo ist stark gedrosselt, obwohl auch hier der Double-Bass teilweise massiv zum Einsatz kommt. Wunderschönes melodisches Gitarrenspiel wird unterlegt von rhythmischen Drumming. So episch wie der Song startete klingt er dann auch aus. Auf der Special-Edition gibt das noch eine Radio-Edit von “Tonight We Ride”, eine Version, die sich musikalisch vom Original kaum unterscheidet, außer dass sie eine Minute kürzer ist

Nach mehrfachen Album-Durchläufen muss ich mich besorgt fragen, wie hat es die Band in den letzten Jahren geschafft meinen Heavy-Metal Radar zu unterfliegen. OMG, was ist das für ein Brett! Sängerin Brittney Slayes schreit sich die Seele aus dem Leib. Dazu teilweise richtig böse Death Metal Growls ihrer Kollegen an den Sechssaitern. Drummer Scott Buchanan leistet Schwerstarbeit hinter der Schießbude und die Saiten-Fraktion sorgt für einen amtlich harten Sound. So muss Power-/Heavy-Metal des 21. Jahrhunderts klingen!

Lineup:

Brittney Slayes – Gesang
Scott Buchanan – Schlagzeug
Grant Truesdell – Gitarre, Gesang
Andrew Kingsley – Gitarre, Gesang
Kyle Sheppard – Bass

Label: Napalm Records

VÖ: 26.06.2015

Spieldauer: 1:00:58

Titelliste:

  • Northern Passage
  • Frozen Steel
  • Hall Of The Tide
  • Tonight We Ride
  • Test Your Metal
  • Crypt
  • No More Heroes
  • Dreamcrusher
  • Going Down Fighting
  • Time Stands Still
  • Tonight We Ride (Radio Edit) (Bonus Track)

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