Axel Rudi Pell – Game Of Sins (Review)

ARP Game Of Sins printSeit mehr als 35 Jahre steht er nun schon auf der Bühne, von 1980 – 1988 mit Steeler, später dann mit der nach ihm benannten Band. Mit ARP veröffentlichte der Gitarrengott aus dem Ruhrpott 15 Alben mit eigenen Kompositionen, dazu kommt mit “Diamonds Unlocked” ein Album, auf dem ausschließlich Coverversionen zu hören sind und weitere vier Alben mit Steeler sowie diverse Live DVDs. Mit “Game Of Sins” erscheint nun der nächste Studio-Silberling.

Zunächst ist erst mal Ohrenreiben angesagt, im Intro “Lenta Fortuna” hört man zunächst Roulette-Kugeln rollen, eine Drehorgel verbreitet Jahrmarktsstimmung. Aber “Fire” zeigt gleich wo’s lang geht. Der Meister lässt seine Gitarre erklingen, feuert ein Riff nach dem anderen ab und Ausnahmesänger Johnny Gioeli zeigt eindrucksvoll, dass er zu den besten seiner Zunft gehört. ARP_Presse_0016Im Mittelteil sind dann Feuerwehrsirenen zu hören bevor Axel Rudi Pell zu seinem ersten Solo ansetzt. “Sons In The Night” zollt nicht nur den TV-Serie “Sons Of Anarchy” Tribut sondern ist auch eine tiefe Verbeugung vor den Vertretern des New Wave of British Heavy Metal. Schwermetallischer habe ich ARP nur selten gehört. Mit 8¾ Minuten ist der Titelsong  “Game Of Sins” der längste Song des Albums. Nach einem ruhigen Beginn mit cleanem Gitarrenspiel und Chorus werden die bratenden Gitarrenriffs von druckvollem Schlagzeug unterlegt. Ein sehr epischer Song der sich druckvoll in die Gehörgänge einfräst. Beim Gitarrensolo sind teilweise an orientale Klänge zu hören.

Falling Star” geht dann wieder so richtig ab Das Schlagzeug treibt voran, die Gitarren braten. ARP_Presse_0004Ein Song der zum Mitbängen einlädt. Und der eingängige Refrain wird auf Konzerten sicherlich tausendstimmig mitgesungen. Im Gegensatz dazu herrscht bei “Lost In Love” Feuerzeugalarm. Ein gregorianisch klingender Chorus und Streicher leiten diese wunderschöne Ballade ein, bevor die Stimme von Johnny Gioeli aus den Boxen schallt, später setzt ruhiges, rhythmisches Schlagzeugspiel ein. Axel Rudi Pell lässt seine Gitarren regelrecht singen. Das ist Gänsehaut-Feeling pur. Bei “The King Of Fools” braten dann wieder die Gitarren und Bobby Rondinelli malträtiert die Felle seines Drum-Sets. Die Riffs wummern im Minutentakt aus den Boxen.

Bei “Till The World Says Goodbye” wird es dann wieder episch. Die Riffs und das Schlagzeug klingen sehr getragen ja fast majestätisch, ein Chorus sorgt für ein gerüttet Maß an Bombast. Dazu eine enorme Gesangsleistung. Der Song verbreitet eine düstere Endzeitstimmung und walzt alles nieder. “Breaking The Rules” hingegen rockt munter los, so muss melodischer Rock’n Roll in der heutigen Zeit klingen. In der zweiten Hälfte setzt es ein Wahnsinns-Gitarrensolo auf die Ohren.  Mit “Forever Free” beendet der zweitlängste die Titelliste des regulären Albums. ARP_Presse_0020Ein Keyboard-Teppich leitet den Song ein und unterlegt den Gesang. Dazu dezent gesetzte stark verzerrt klingende Gitarrenriffs. Aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, dann setzt das Schlagzeug druckvoll und eine mächtige Gitarrenwand baut sich hinter dem Gesang auf, ohne jedoch das Tempo zu erhöhen. Eine Powerballade par excellence. Auf dem Digipack gibt es dann noch einen ganz besonderen Ohrenschmaus. “All Along The Watchtower”, ursprünglich von Bob Dylan als Folk-Song mit akustischer Instrumentierung geschrieben, wurde der Song in der Version eines anderen Saitenhexers später weltberühmt. Jimmy Hendrix spendierte ein psychedelisches Gitarrenspiel und eine andere Rhythmik. Und nun haucht ARP diesem Titel Hardrock-Feeling ein.

Wenn Axel Rudi eines nicht kann, dann schlechte Alben zu produzieren. Und das stellt er mit “Games of Sins” eindrucksvoll unter Beweis. Hier zeigen fünf Ausnahmemusiker, dass sie ein hervorragend eingespieltes Team sind. Knallende Gitarrenriff, herrliche Gitarrenmelodien, druckvolles Drumming und herausragender Gesang, all das zusammen ergibt eine Mischung aus Hardrock, Epik und Ballade wie sie besser kaum sein kann.  Das Jahr 2016 hat noch nicht begonnen und schon gibt es einen heißen Kandidaten auf den Titel “Album des Jahres”. Die Fans dürfen sich hier auf eines der besten Alben aus der Feder des Gitarreros aus Bochum freuen.

Offizielles Lyrik Video zu “The King Of Fools”: https://youtu.be/pqa1EoSbOB4

Lineup:

Axel Rudi Pell – Gitarre
Johnny Gioeli – Gesang
Ferdy Doernberg – Keyboards
Volker Krawczak – Bass
Bobby Rondinelli – Schlagzeug

Label: Steamhammer/SPV

VÖ: 15.01.2016

Spieldauer: 01:04:42

Titelliste:

  • Lenta Fortuna (Intro)
  • Fire
  • Sons In The Night
  • Game Of Sins
  • Falling Star
  • Lost In Love
  • The King Of Fools
  • Till The World Says Goodbye
  • Breaking The Rules
  • Forever Free
  • All Along The Watchtower (Bonus)

 

Ein Gedanke zu “Axel Rudi Pell – Game Of Sins (Review)

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