Metal Over Malta 2016

Ort: Château Buskett (Malta)
Datum: 18./19. 03. 2016

The English version was also published on Metal On Loud Magazine.

Sightseeing in MaltaMalta ist ein kleiner Inselstaat im Mittelmeer, eine frühere britische Kolonie, unabhängig seit 1964. Von der Fläche her etwas kleiner als die norddeutsche Stadt Bremen. Etwas mehr als 400.000 Menschen besiedeln die Inseln (zum Vergleich Duisburg hat etwa 485.000 Einwohner, Bochum 360.000). Südlich des 37. Breitengrades gelegen,  herrscht hier subtropisches Klima. Und genau dort fand in diesem Jahr bereits die zweite Auflage des Metal Over Malta Festivals statt, organisiert von der maltesischen Band Weeping Silence. Alle Bilder gibt es auf Flickr zu sehen.

Am Vorabend gab es zunächst eine Pre-Party, im Black Gold Saloon in Sliema, nicht weit entfernt vom offiziellen Partner-Hotel des Festivals, dem Bayview. Neben den beiden Sängern von Weeping Silence konnte man auch schon die aus Schweden angereiste Band “Eyes Wide Open” treffen, und einige der aus ganz Europa angereisten Fans.

Sightseeing in MaltaDa der erste Tag erst nach 20:00 Uhr startete war am Freitag genügend Zeit in die Landschaft und die Geschichte Maltas einzusteigen. Was eignet sich dazu besser als eine Sightseeing in MaltaRundfahrt im Doppeldeckerbus. Über La Valetta und die sogenannten drei Städte (auch Cottonera genannt: Cospicua (Bormla), Vittoriosa (Birgu) und Senglea (L’Isla)) ging es vorbei an Häfen zur Südostküste und dann wieder zurück nach Sliema.

Chateau BuskettFür die An- und Abfahrt zum Château Buskett hatten die Veranstalter extra IMAG0053einen Shuttle-Service organisiert. Das Buskett Roadhaus ist jedoch keine typische Konzert-Location sondern eher eine Ausflugsgaststätte mit großem Saal, in dem normalerweise Hochzeits- und andere Familienfeiern stattfinden.

Viper Soup ComplexDie erste Bands des Festivals Viper Soup Complexkam passenderweise aus Malta, Viper Soup Complex. Die Band spielte einen sehr eigenwilligen progressiven Metal, die Setlist war als “Menükarte” zu sehen, vor allem für die Fans in den vorderen Reihen. Sängerin Annemarie Spiteri präsentierte eine sehr theatralische Performance, neben sehr guten Klargesang zeigte sie Ihr Können auch bei opernartigen Victims Of CreationGesangspassagen und streute gelegentlich brutale Growls ein.

Danach folgten Victims of Creation, ebenfalls aus Malta. Sie spielten Doom/Death Metal in Reinkultur. Langsame aber fast erdrückende Gitarrenwände schallten aus den Boxen. Das war Düsternis pur. Gesanglich gab es eine Mischung aus typischen Death Metal Growls und gelegentlichem Klargesang.

Die bereits Eyes Wide Openam Vorabend getroffenen Schweden von Eyes Wide Open standen dann als nächstes auf der Bühne. Wer jetzt auf typischen schwedischen Power-Metal à la Sabaton oder Hammerfall hoffte, musste sich eines Besseren belehren lassen. Stattdessen gab es eine interessante Mischung aus Trash und Power-Metal zu hören, mit einer Mischung aus Growls und Klargesang.

The ForeshadowingZum Abschluss des ersten Abends dominierten noch einmal ruhige doomige Melodien. The Foreshadowing aus der italienischen Hauptstadt Rom zeigten ihre Version von Gothic Doom Metal. Until RainZwar nicht ganz so langsam wie diverse ihrer Genre-Kollegen, aber trotzdem mit einem hohen Grad von Düsternis. Und wie bei den meisten italienischen Bands üblich, durfte hier das Keyboard-Spiel nicht fehlen, dass ein wenig Licht in die Dunkelheit brachte.

Der zweite Tag startete früher, so dass Zeit für sieben Bands war. Den Abend eröffneten die griechisch/britischen Prog-Metaller von Until Rain. Der proggige Sound wurde gemixt mit einigen doomigen Klängen und zum Teil mit sphärisch klingenden Keyboard-Melodien unterlegt. Sänger Cons Marg streute zu den klaren klaren Gesangs-Parts hin und wieder Growls ein und wurde durch Background-Sängerin Donna Zed unterstützt.

MartYriuMDann machten MartYriuM aus Malta ihrem Namen alle Ehre. Auf der Bühne wurde ein wahres Martyrium zelebriert. MartYriuMAls Stilrichtung gibt die Band “Blackened Industrial Death Metal and Beyond” an, und genau das war es auch. Gleich zu Beginn floss Theaterblut, beide Sängerinnen in schwarz gekleidet lieferten eine äußerst theatralische Performance ab, gesanglich gab es viele böse Death-Metal-Growls, aber auch Klar- und Opern-Gesang. Auch die Instrumentierung entsprach der brutalen Death Metal Stilrichtung. Anmerkung am Rande, dies war der zweite Auftritt von Sängerin Annemarie Spiteri.

Anschließend wurde es wesentlich melodischer. Apparition aus England unterstrichen Ihr musikalisches ApparitionKönnen, Gothic Metal/Rock vom Feinsten. Zum ersten Mal konnte ich die ApparitionBand 2015 beim Dames Of Darkness live erleben. Sängerin Fiona Creaby begrüßte mich freudig bereits vor der Show. Und beim Auftritt bewies sie eindrucksvoll, dass sie zu Besten ihrer Zunft gehört. Dazu gab es herausragende doppelläufige Gitarrenmelodien mit hervorragenden Solo-Parts.

Die italienische Band Shores Of Null bezeichnet ihren Stil ebenfalls als Melodic Doom Metal. Aber hier vermischen diverse andere Stilrichtungen mit dem Doom, so sind u.a. Elemente des melodischen und Power-Metal oder auch Death zu hören. Somit gibt gesanglich einen stetigen Wechsel von Growls und Klargesang. Eine interessante Melange verschiedener Stilrichtungen.

Weeping SilenceSchon bei “Oblivion – Darkness In My Heart Anno XV”, dem Auftaktsong der Lokalmatadoren Weeping Silence begann das Blut in den Adern zu gefrieren. Weeping SilenceDiese Düsternis würde man bei einer Band dieser warmen und sonnigen Region nicht vermuten. Zum ersten Mal konnte ich die Band beim letztjährigen Dames Of Darkness Festival live erleben und war sofort begeistert von dem Sound. Das im Oktober erschienene Album “Opus IV Oblivion” ist ein wahres Meisterwerk. Und ihre musikalische Extraklasse bestätigten die Malteser auch beim Auftritt auf dem von ihnen organisierten Festival.

ThurisazDie belgische Band Thurisaz spielte einen atmosphärischen und sehr melodischen Metal mit Anleihen beim Doom- und Death-Metal. Wunderschöne Melodien prägen den Sound der Band. Klasse Gitarren-Parts, eindrucksvolle Keyboard-Teppiche. Für den Mix aus Growls und Klargesang sorgte das Brüderpaar Peter und Mattias Theuwen.

SepticfleshVor der Show des Headliners Septicflesh  wurde der Blick auf die Bühne von einem Vorhang versperrt. Die Fans warteten geduldig das Ende der Umbauarbeiten ab.  Dann startete ein Death Metal Gewitter sondergleichen mit vielen symphonischen Einspielungen. Die Fans im zwischenzeitlich sehr gut gefüllten Chateau Buskett begrüßten die in schwarzes Leder gekleideten Griechen mit frenetischem Jubel. Für den überwiegenden Teil der Fans war das der absolute Höhepunkt des zweitägigen Festivals.

Auch wenn nicht jede der Bands meinen Geschmack getroffen hatte, Sightseeing in Maltawar das ein unvergessliches Wochenende mit toller Musik in einer ganz besonderen Location. Ein zweitägiges friedliches Heavy-Metal-Fest liegt hinter mir. Ich habe viele gute Bekannte getroffen und neue Bekanntschaften geschlossen. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Weeping Silence, der Band, die dieses Event organisiert hat, ein Dank auch an alle Bands und an die vielen Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Ich komme gern wieder.

11 Gedanken zu “Metal Over Malta 2016

  1. Das liest sich wirklich richtig gut und macht echt Lust darauf, im nächsten Jahr selbst einmal zum Festival zu kommen. Hast du denn vielleicht die Homepage irgendwo parat?

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