Interview mit Hydra

15178158_1859125764324627_996393289029806944_nDie von Lisa Rieger und Chris Diefenbach in Regensburg gegründete Band Hydra hat am vorletzten Tag des vergangenen Jahres ihr zweites Album “Solar Empire” veröffentlicht. Das ambitionierte Konzept-Album kommt bei Fans und Kritikern gut an. Und nun stellte sich Sängerin Lisa meinen neugierigen Fragen.

KB: Hallo, vielen Dank, dass ich dieses Interview mit Euch machen kann. Stellt Euch bitte einmal kurz vor.

Lisa: Hallo – wir danken für dein Interesse! Wir sind HYDRA, eine Symphonic-Metal-Band aus Regensburg. Charakteristisch für unsere Musik ist der Einsatz von symphonischen Elementen gepaart mit ganz viel Heavy Metal und dem vielleicht größten Aushängeschild, dem weiblichen Gesang. Aktuell sind wir vier Mitglieder – Clemens Birkenmaier ist unser Bassist, Jens Viertel der Schlagzeuger. Chris Diefenbach spielt Gitarre und ich, Lisa Rieger, bin die Sängerin der Band.

KB: Ihr habt Euch nach einem schlangenähnlichen Ungeheuer der griechischen Mythologie benannt. Warum habt Ihr gerade diesen Namen gewählt?

Lisa: Zum einen wollten wir schlichtweg einen leicht einprägsamen Namen, am besten nur ein einziges Wort. HYDRA schafft gut Parallelen zu unseren Songthematiken wie Mystik, Geschichte oder Mythologie. Außerdem fließen in unsere Musik die verschiedensten Elemente ein. Auch jedes Bandmitglied bringt seine eigenen Einflüsse mit und die unterschiedlichen musikalischen Elemente könnten auch für die verschiedenen Köpfe der HYDRA stehen.

KB: Auf Euer Homepage beschreibt Ihr Euren Sound als Symphonic Metal. Dieses Genre hat eine sehr große Bandbreite. Was ist das Besondere an Eure Songs? Von welchen Bands/Musikern lasst Ihr Euch inspirieren?

Lisa: Ich kann gar nicht sagen, ob es speziell irgendwelche Einzelmusiker oder Bands gibt, die uns inspirieren oder gar prägen. Ich finde beispielsweise Liv Kristine und auch Charlotte Wessels sehr inspirierend. 14717131_1840050646232139_5258093480268828814_nAus deren Kreativität wiederum schöpfe ich unter anderem meine eigene, erarbeite und entwickle mir meinen eigenen Stil. Chris hört auch beispielsweise Country und Melodic Death Metal (z.B. Insomnium). Du siehst also, unsere Einflüsse kommen von fast überall. Wenn ich unsere Musik beschreiben müsste würde ich sagen, dass es uns wichtig ist, nicht alles mit symphonischem Bombast zu überhäufen. Klar, unsere Arrangements sind teilweise auch sehr sehr komplex, die Bandseite ist uns aber wichtiger. Der ein oder andere mag der Meinung sein, dass die Gitarren/Bandarbeit lautstärketechnisch auf ‚Solar Empire‘ zu kurz gekommen ist, was ja eigentlich das Gegenteil bestätigen würde. Ich kann dazu nur sagen, dass der Mix – im Falle dieses Albums – sehr gut unseren Vorstellungen entspricht und wir an sich die Gitarren nicht als zu leise empfinden. Die Bandarbeit bei HYDRA ist nicht weniger komplex oder verspielt als bei anderen Bands. Charakteristisch für unseren Sound sind sicherlich schnelle Doublebass-Passagen. Gesanglich variiere ich zwischen Growls und höherem, aber auch tiefem Gesang. Ganz typisch für die Songs auf ‚Solar Empire‘ ist sicherlich der große klassische Chor, der ein wichtiges Element in unserem aktuellen Werk darstellt.

KB: Euer zweites Album „Solar Empire“ ist ein Konzeptalbum. Erzählt bitte kurz, welche Story, die für Euer Album den roten Faden.

Lisa: ‚Solar Empire‘ handelt von einer tragischen Liebesgeschichte. Amr’han und Lanya leben auf zwei verschiedenen Welten und die Liebschaft zwischen zwei verschiedenen Völkern ist verboten. Dennoch möchten die beiden sich lieber unter großem Risiko weiter treffen, als ein Leben voneinander getrennt zu verleben. Als die Liebschaft auffliegt, brechen längst vergessen geglaubte Konflikte zwischen den Welten wieder auf und ein Krieg zwischen beiden Welten entbrennt, der tragische und unerawartete Opfer fordert.

15727073_1877853819118488_4365622868598693439_nKB: Auf dem Album wirken viele namhafte Musiker mit, wie Zuberoa Aznárez, Henning Basse oder auch Ally Storch. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Lisa: Wir haben im Vorfeld der Aufnahmen überlegt, ob wir wie bereits bei ‚Malachite Skies‘ wieder Gastmusiker involvieren möchten. Wir haben großen Spaß daran, tolle Musiker an Bord zu haben, da sie unserer Meinung nach die Musik sehr bereichern. Ally kannten wir bereits von einem Konzert in der Vergangenheit, wo wir gemeinsam gespielt haben. Zuberoa ist eine der absoluten Lieblingssängerinnen von Chris und mir, da lag es nahe, sie einmal zu fragen. Henning Basse ist einer der Lieblingssänger von Chris und da wir ohnehin ausprobieren wollten, wie männlicher Gesang und HYDRAs Musik miteinander harmonieren, haben wir ihn einfach gefragt.

KB: Ich habe gelesen, die Songs zu Eurem Debüt „Malachite Skies“ habt Ihr innerhalb weniger Monate aufgenommen. Wie lange habt Ihr an Eurem aktuellen Album gearbeitet?

Lisa: Das aktuelle Album hat ein wenig länger gedauert. Alles in allem, sprich, wenn man die Songwritingphase, Planungsphase, Recording, Mixing und Masteringphase miteinbezieht, hat Solar Empire 2 Jahre gedauert. Natürlich 2 Jahre mit extremem Schwerpunkt auf die Wochenenden, da wir ja Montags bis Freitags unseren Vollzeitjobs nachgehen.

14560229_1846007615636442_1910177224860663866_oKB: Für die Special Edition des Albums hat Lisa die Kurzgeschichte „Das Sonnenkönigreich – Die Fährte der Wölfin“ geschrieben. Wie unterscheidet sich Schreiben einer Geschichte vom Schreiben der Songtexte?

Lisa: Oh, das ist wirklich eine interessante Frage! Es war eine ganz schöne Herausforderung für mich, erstmals eine längere Geschichte zu verfassen. Sehr schwierig ist es finde ich, den roten Faden beizubehalten und auch Logikfehler auszumerzen (wobei ich nicht garantiere, dass es keine in der Geschichte gibt, haha!). Einfacher ist es bei Songtexten eben immer, die Struktur zu behalten. Wo ich mich manchmal schwer tue ist die Wortwahl im Refrain. Man sollte diesen nicht unbedingt mit überkomplizierten Wörter überhäufen.

KB: In dieser Kurzgeschichte wurde das klassische Romeo und Julia Thema in einer Phantasy-Geschichte verarbeitet. Mich fasziniert diese Kombination. Wie seid Ihr auf diese Idee gekommen? Seid Ihr Fantasy-Fans?

Lisa: Ich denke schon, dass man mich als Fantasy-Fan bezeichnen könnte. Wie schon bei „Malachite Skies“ war ich für das gesamte Textkonzept verantwortlich und mir bereitet es großen Spaß. Ich lese gerne und viel Fantasy, bin großer Herr der Ringe-Fan. Die Idee kam mir eines Tages, eine Geschichte zur CD zu verfassen. Bei mir kommt so etwas immer quasi über Nacht und da ich gerne Neues ausprobiere und total Lust darauf hatte, eine Geschichte zu schreiben entschieden wir, ein Konzeptalbum zu machen. Der Unterschied ist, dass wir uns nicht an einem bereits vorgegebenen Thema orientiert haben, sondern eine gänzlich neue Geschichte verfasst haben.

KB: Wie läuft bei Euch das Songwriting ab? Bringen alle Bandmitglieder ihre Ideen in die Songs ein?

Lisa: Bisher war es immer so, dass Chris zum allergrößten Teil für das Songwriting verantwortlich war – ich habe ein klein wenig Instrumentales beigesteuert, oft auch die Gesangsmelodien und eben die Texte. Bei Solar Empire hatten wir zwar Clemens noch nicht an Bord, Jens hatte aber auch die Gelegenheit, sich in die Songs einzubringen und sicherlich hat er auch das Songwriting in Sachen Schlagzeug mit beeinflusst.

KB: Lisa, mir gefällt Deine Sopranstimme. Auch die höheren Tonlagen klingen äußerst sauber gesungen. Hast oder hattest Du eine klassische Gesangsausbildung?

Lisa: Danke schön! Nein, leider hatte ich nicht das Glück, 14955958_1848088118761725_435073205319872916_nein Gesangsstudium genießen zu können. Ich habe mich für die bodenständige Variante entschieden und Soziale Arbeit studiert. Von Zeit zu Zeit nehme ich aber Gesangsunterricht und empfinde diesen immer als sehr bereichernd.

KB: In einigen der Songs wechselst Du fast spielend zwischen Sopranstimme und teilweise bitterbösen Growls. Wie schwierig ist es, diese unterschiedlichen Gesangsstile miteinander zu kombinieren?

Lisa: Mir persönlich fällt das gar nicht so schwer. Ich würde nicht behaupten, dass ich eine perfekte Technik habe – da gibt es sicherlich noch zu feilen, was ich auch tue. Seltsamerweise fiel mir der Wechsel zwischen Growls und Cleangesang noch nie übermäßig schwer. Definitiv ist es aber eine Techniksache, dies reibungslos zu schaffen.

KB: Werdet Ihr mit dem Material des Albums auf Tour gehen? In Hamburg z.B. wart Ihr ja zuletzt 2015.

Lisa: Von einer richtigen Tour würde ich jetzt nicht sprechen. Wir versuchen, so viel wie möglich zu spielen und werden sicherlich demnächst noch den einen oder anderen Gig bestätigen können. Wann es uns aber wo hin verschlägt, kann ich vorab noch nicht beantworten – es ist nicht zuletzt auch eine finanzielle Sache, was rentabel ist und was nicht. Grundsätzlich würden wir natürlich liebend gern so oft wie möglich und deutschlandweit live spielen. Unterstützen kann man uns, indem man uns bei Bookern oder Veranstaltern ins Gespräch bringt, uns bei Festival-Votings vorschlägt etc. etc. …. Wir sind auf jeden Fall auf die Unterstützung jedes Einzelnen da draußen angewiesen!

KB: Vielen Dank für dieses Interview. Wollt Ihr Euren Fans zum Abschluss noch etwas sagen?

Lisa: Wir freuen uns über die vielen positiven Reaktionen zu ‚Solar Empire‘. Wenn euch unsere Musik gefällt, unterstützt uns und ich hoffe, wir sehen uns bei einem künftigen Konzert! Danke für deine Zeit und alles Gute!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Promo-Photos by CrisVain Photography

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