Metal over Malta 2017

Ort: Château Buskett (Malta)
Datum: 10./11. März 2017

IMG_2351Zum dritten Mal war die Sonneninsel im Mittelmeer, 81 Kilometer südlich von Sizilien gelegen, Austragungsort des Metal over Malta Festivals. Nachdem ich bereits im Vorjahr begeistert war, flog ich selbstverständlich auch in diesem Jahr wieder auf das Eiland. 12670496_10154041166764035_8388793906432480872_nAus der Kälte und dem Regenwetter in Hamburg in den sonnigen Süden. Leider ist die Inselgruppe seit kurzem um eine Attraktion ärmer, das Azure Window, eine markante Felsgruppe am Strand der Insel Gozo, ist am Tage meines Abfluges nach kräftigen Stürmen eingestürzt. Alle Bilder gibt es auf Flickr zu sehen.

IMG_2357Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass die Veranstalter des Festivals, die maltesische Band Weeping Silence, am Vorabend zu einer Pre-Party einladen. Also auf zur Kleinstinsel Manoel Island (ca. 246 km³). Im Funky Monkey Club konnte man bei Bier und guter Musik Fans aus Malta und Europa treffen. Selbstverständlich waren auch die Mitglieder von Weeping Silence dort. Als besonderes Schmankerl traf ich auch noch Daniel Myhr (keys) und Kelly Sundown Carpenter (voc.) vom Freitags Headliner Civil War.

Opener am Freitagabend waren Animamortua aus Malta. Gemäß ihrer Facebook-Seite spielt die Band Thrash Metal. Meines Erachtens trifft aber Power Metal mit spitzen hohen Schreien im Stile der frühen NWOBHM-Bands eher zu. Die Italiener von Desecrate geben u.a. In Flames als Referenz an – Melodic Gothic Deat Metal mit teilweise eingängigen Melodien. gesanglich dominierten zwar Growls, gelegentlich sang Gabry Giorgi aber auch mit sehr guter Klar-Stimme.

Animamortua Animamortua

Desecrate Desecrate

Begeistert war ich von Forsaken. Seit nun mehr als zwanzig Jahren präsentieren die Malteser ihren lupenreinen Epic Doom Metal im Stile von Black Sabbath zu Zeiten von Ronnie James Dio. Aber leider blieb der Band der internationale Durchbruch verwehrt. Danach folgte schwer verdaulicher Prog/Alternative Metal. Für meinen Geschmack übertrieben Poem aus Griechenland das Gefrickele ein wenig.

 Forsaken Forsaken

Poem Poem

Sänger und Keyboarder von Civil War hatte ich bereits am Vorabend auf der Pre-Party getroffen. Kurz nach Mitternacht starteten die Schweden in ihren Set. Gegründet wurden Civil War 2012 von drei ehemaligen Mitgliedern von Sabaton. Nachdem Sänger Nils Patrik Johansson im Dezember letzten Jahres überraschend die Band verlassen hat, starteten die verbliebenen Mitglieder die Suche nach einem Nachfolger. Und der wurde gefunden mit Kelly Sundown Carpenter (u.a. Adagio, Beyond Twilight). Der Auftritt auf dem Festival war somit die Feuertaufe des neuen Frontmanns. Und dieser war rundum gelungen. Logischerweise lief noch nicht alles 100%ig. So wurde z.B. “Road To Victory” abgebrochen und die Musiker starteten von vorn. Aber dadurch ließen sich Civil War nicht beeindrucken und lieferten eine hervorragende Show ab. Eine Klasse-Abschluss des ersten Tages.

Civil War Civil War Civil War

Civil War Civil War Civil War

Die Samstags-Session startete drei Stunden früher, bereits um 17:00 Uhr. Mit Dimlight stand erneut eine Band aus Griechenland auf der Bühne. Nach dem Ausstieg von Sanna Salous im August 2014 ist Eva Fourlanou die Sängerin. Sie konnte mich mit ihrer klaren und kraftvollen Stimme voll überzeugen. Dazu steuerte Gitarrist Peter Miliadis (aka Invoker) tiefe und brutale Growls bei. Das war hervorragender Symphonic Metal mit einigen Death Metal Elementen. Leider wurden die Bass- und Keyboard-Parts als Samples eingespielt.

Dimlight Dimlight

Dimlight Dimlight

Aus der schwedischen Universitätsstadt Upsala kommen Loch Vostok. Die mit Thrash angereicherte Mischung aus Power und Progressive Metal war auf jeden Fall hörenswert. Und die Musiker hatten Spaß auf der Bühne, der sich natürlich auch auf die Fans übertrug. Dagegen konnte mich der Death Metal von Abysmal Torment (Malta) nicht so richtig überzeugen. Die permanenten Growls und das ständige “Eindreschen” auf die Instrumente ließen kaum Melodien erkennen.

Loch Vostok Loch Vostok

Abysmal Torment Abysmal Torment

Auch Saille aus Belgien konnten meinen Musik-Geschmack nicht treffen. Black Metal, gespickt mit vielen Growls. Dazu ein Stroboskop-Gewitter, das die Augen extrem anstrengte. Danach stand mit Preach eine weitere schwedische Band auf der Bühne. Feinster Power Metal wurde angereichert mit Thrash Elementen.

Saille Saille

Preach Preach

Als vorletzte Band des Abends kamen Weeping Silence auf die Bühne. Die Bandmitglieder haben nun bereits zum dritten Mal dieses Festival organisiert. Ich konnte die Band bisher zweimal live erleben, 2015 beim Dames of Darkness im Robin 2 sowie beim letztjährigen Metal over Malta. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie Musiker von dieser sonnenüberfluteten Insel einen so düsteren Sound auf die Bühne bringen. Obwohl die Band-Mitglieder in der Nacht vor dem Auftritt wohl nur drei Stunden geschlafen haben und sicherlich auch davor eine äußerst stressige Zeit hinter sich gebracht haben, war von Müdigkeit nichts zu spüren. Großartig! Weniger schön war, dass meine Kamera während des Konzerts ihren Geist aufgab.

Weeping Silence Weeping Silence

Weeping Silence Weeping Silence

Orphaned Land aus Israel konnte ich bereits im Mai 2015 live erleben, als Special Guest auf der “Beyond The Red Mirror”-Tour von Blind Guardian in der Hamburger O2 World. Und an diesem Wochenende waren sie selbst Headliner beim Metal Over Malta Festival 2017. Gegründet wurde die Band bereits 1991. Zunächst war der Sound geprägt von einer Mischung aus Death- und Doom-Metal unterlegt von orientalischen Folk-Klängen. Der Death-Anteil wurde mit der Zeit zurückgefahren. Jetzt präsentieren die Musiker Ethno-Rock/Metal vom Feinsten. So auch im Chateau Buskett. Sänger Kobi Farhi stand im langen schwarzen Mantel und wie gewohnt barfuß auf der Bühne. Und die Fans vor Bühne gingen voll mit. Ein Super-Abschluss für das zweitägige Festival.

Orphaned Land Orphaned Land

Orphaned Land Orphaned Land

Zum zweiten Mal verlebte ich ein abwechslungsreiches Wochenende auf Malta, Sonne, blauer Himmel, Sightseeing und natürliche viele Stunden gute Musik unterschiedlichster Metal-Genres. Genau wie im Vorjahr war das Festival mit viel Herzblut und Leidenschaft organisiert. Ein großes Dankeschön an die Bandmitglieder von Weeping Silence und an alle Helfer, die diese Veranstaltung zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben. Auch in diesem Jahr habe ich viele Freunde getroffen und neue Freundschaften geschlossen. Ich habe die Freundlichkeit der Gastgeber und die familiäre Atmosphäre auf dem Festival genossen und komme im nächsten Jahr gern wieder.

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Bilder: Diane Camenzuli (Weeping Silence), Rainer Kerber Photographie

5 Gedanken zu “Metal over Malta 2017

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