Ignea – The Sign Of Faith

Bewertung: 8/10

15578949_697953930380476_8976605574897466950_nFrüher war die Ukraine die Kornkammer der ehemaligen UdSSR. Seit 1991 ist das Land ein selbstständiger, unabhängiger Staat. Unangenehme Berühmtheit erlangte das Land durch innenpolitische Konflikte. Aber auch das ehemalige Mutterland, Russland, sorgte für unruhige Zeiten (Krim-Konflikt). Aber die Ukraine ist auch Wirkungsstätte einer Vielzahl hervorragender Rock- und Metal-Bands. Ignea aus der Hauptstadt Kiew wurde im Jahr 2011 unter dem Namen Parallax gegründet. Vier Jahre später erfolgte die Umbenennung in Ignea. Seitdem wurden mehrere Singles und eine EP veröffentlicht. Eine enge Freundschaft verbindet sie mit den Urvätern des Orientalischen Metals, Orphaned Land. Da verwundert es nicht, dass auch in den Songs von Ignea orientalische Einflüsse zu hören sind. Im vergangenen Jahr konnte ich ein Interview mit Evgeny Zhytnyuk, dem Keyboarder der Band führen. Im Februar diesen Jahres erschien nun das Debüt-Album der Ost-Europäer.

18317956_778596438982891_1033188788_oDer Opener “Şeytanu Akbar” startet mit orientalisch angehauchten Klängen bevor knallharte Riffs einsetzen, die vom wummernden Schlagzeug begleitet werden. Dann setzt die bezaubernde Stimme von Sängerin Helle Bogdanova ein, die dann jedoch mehrfach zwischen Growls und Clear Vocals wechselt. Im Hintergrund sind dezent Streicher zu hören. Dazu wurde von der Band ein Video produziert. Mit Song und Video beziehen Ignea eindeutig Stellung gegen den internationalen Terrorismus.

Danach wird die ägyptische Hafenstadt “Alexandria” besungen. Streicherpassagen stehen hier gleichberechtigt neben der ansonsten metallischen Instrumentierung. Dank der Klangfarbe der Gitarren und Helles’s Gesang fühlt man sich bei “Petrichor” in die Hallen eines osmanischen Sultans versetzt, wo gerade eine großes Fest mit Essen und Musik abgehalten wird. 18339048_778596442316224_371411861_oMit “Theatre Of Denial” kann man die erste Ballade des Albums hören.

Beim Video zu “Alga” wurde die Band von einem großen symphonischen Orchester unterstützt. Hier knallen die Riffs nur so aus den Boxen. Für mich eines der Highlights des Albums. Kurz vor Schluss erklingt mit “How I Hate The Night” eine weitere wunderschöne Ballade.

Waren auf der 2013er EP “Sputnik” noch nicht allzu viele orientalische Klänge zu hören, so haben die Musiker bei “The Sign Of Faith” massiv nachgelegt. Es ist Ignea hervorragend gelungen diese Exotik in moderne Heavy-Metal-Kompositionen einzubauen. Hier harmonieren die teilweise bombastischen Streicher hervorragend mit dem druckvollen Gitarren- und Schlagzeugspiel und den vielen morgenländischen Melodien. Die gesangliche Leistung von Helle Bogdanova ist überragend. Herausgekommen ist ein authentisch klingendes Album, das Orient und Okzident stilvoll miteinander verbindet. Bleibt zu hoffen, dass dies im wahren Leben auch bald gelingt.

IGNEA — Alga (Official Music Video): https://youtu.be/6KOXbzMRQHs
IGNEA — Şeytanu Akbar (Official Video): https://youtu.be/AMtef1SPjaM 

Lineup:

Helle Bogdanova – Clean & Extreme Vocals, Lyrics
Evgeny Zhytnyuk – Keyboards, Extreme Vocals
Xander Kamyshin – Bass
Dmitriy Vinnichenko – Guitars
Ivan Kholmogorov – Drums

Label: Selbsvertrieb

VÖ: 16. Februar 2017

Spielzeit: 45:40

Titelliste:

  • Şeytanu Akbar
  • Alexandria
  • Petrichor
  • Theatre Of Denial
  • Jahi
  • Halves Rupture
  • Last Chosen By You
  • Alga
  • How I Hate The Night
  • Leviathan

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