Tigersclaw – Princess Of The Dark

Bewertung: 8/10

Tigersclaw_Cover_3000x3000Tigersclaw sind eine deutsch-russische Ko-Produktion. Sängerin Elena Minina ist Solistin an der Moskauer Gradsky Hall. Alexander Baier aus Tübingen war in den 90er Jahren mit vielen Female Fronted Band auf Tour. Dritter im Bunde ist Schlagzeuger Ralf Neumann, der bereits früher mit Alexander zusammengearbeitet hat. Wer jetzt glaubt, wegen der großen Entfernung würde sich die Zusammenarbeit schwierig gestalten, der wird von den Musikern eines Besseren belehrt. Alexander komponiert und schreibt die Texte. Dann werden alle Instrumente in einem deutschen Studio aufgenommen. Lediglich die Schlagzeugsparts übernimmt Ralf Neumann, sowohl die Ausarbeitung als auch das Einspielen. Danach kann Elena die Gesangsspuren in einem Moskauer Tonstudio einsingen. Die Endproduktion erfolgt dann wieder in Deutschland. Resultat dieser Arbeit ist das Album “Princess Of The Dark”, mit einer Stunde symphonischer Power-Metal gewürzt mit gefühlvollen Balladen. So kann man dem Presseblatt der Band übernehmen, von dem es nicht nur eine deutsche und englische Fassung gibt, sondern selbstverständlich auch eine russische.

Und genau das zeigt das Trio bereits beim Opener “World Of The Dead”. Von Anfang an kann mich die Stimme von Elena Minina beeindrucken. Obwohl sie den Song sehr rockig interpretiert, hört man deutlich ihre hervorragende klassische Ausbildung. Im Titelsong “Princess Of The Dark” kann man dann den klaren Sopran der russischen Sängerin genießen, sie wechselt aber auch häufig in tiefere Tonlagen und zeigt somit über welche immense stimmliche Bandbreite sie verfügt. Tigersclaw - Art3 - 72dpiDieser Midtempo-Song ist für mich einer der Höhepunkte des Albums. Dafür knallt “Storm Of Steel” so richtig aus den Boxen. Schnelle fast hektisch klingende Gitarren werden von treibenden Schlagzeug vorangetrieben.

Und mit “Twilight Of The Gods” folgt die erste Ballade des Albums, gefühlvolle Melodien, ruhiges Schlagzeug und der betörende Gesang von Elena zeichnen diesen Song aus. Bereits mit den ersten vier Songs zeigen Tigersclaw ihre musikalische Bandbreite. Und das setzt sich über die gesamte Spieldauer von sechzig Minuten fort. Symphonic Metal Hymnen (“Like An Angel”, “She Rides The Lightning”) wechseln sich ab mit knallenden Rock-Krachern (“Phantasia”, Revelation”) und wunderschönen Balladen (“Eternity”, “Eternal Flame”). Für mich aber ist das keltisch geprägte “Cherokee” das absolute Highlight des Albums. Elena’s Gesang erinnert mich hier teilweise an Liv Kristine (ex-Leaves’ Eyes).

Als Einflüsse geben die Musiker auf ihrer Facebook-Seite Nightwish, Evanescence und Dream Theater an.  Und diese sind auch deutlich zu hören. Die Songs auf “Princess Of The Dark” haben vielleicht nicht die Genialität eines Tuomas Holopainen, versprühen nicht die Virtuosistät von Mike Portney & Co und sind nicht so kommerziell wie die von Amy Lee. Herausgekommen sind aber dreizehn Sound-Giganten des symphonischen Power-Metal, musikalisch hervorragend umgesetzt und druckvoll produziert. Und Elena Minina singt in ihrer ganz eigenen Liga. Für mich gehört sie zu den besten Sängerinnen im Rock- und Metal-Bereich. Ein mehr als gelungenes Debüt. Davon hätte ich gern mehr.

Tigersclaw – Eternity: https://youtu.be/Ov10YYjX7D8

Lineup:

Elena Minina – Vocals
Alexander Baier – Composition, all Music/Instruments
Ralf Neumann – Drums

Label: 7Hard

VÖ: 14. Juli 2017

Spielzeit: 01:00:41

Titelliste:

  • World Of The Dead
  • Princess Of The Dark
  • Storm Of Steel
  • Twilight Of The Gods
  • Like An Angel
  • Eternity
  • Phantasia
  • Eternal Flame
  • Screams
  • Revelation
  • Cherokee
  • She Rides The Lightning
  • Divine

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